Alles über Eric Carle - Steckbrief & Bücher

Farbe – so viel Farbe wie möglich, für immer, gegen das Kriegsgrau: das ist Eric Carles Patentrezept für seine Geschichten, dass sich ein ganzes Autorenleben lang bewährt hat. Der US-amerikanische Grafiker ist als Autor und Illustrator von Kinderbüchern berühmt geworden, die die Zeit überdauern. Ihr besonderer Zauber spricht Kinder in aller Welt stets aufs Neue an.

Leben und Werk von Eric Carle

Frühe Förderung und eine verhängnisvolle Reise

Als Eric Carle 1929 zur Welt kam, lebten seine Eltern als Auswanderer gerade in Syracuse im Bundesstaat New York. Er mochte es hier: Eine Vorschullehrerin stellte fest, dass er Zeichentalent hatte, und seine Eltern förderten ihn. Doch wegen des starken Heimwehs der Mutter ging die junge Familie 1935 wieder zurück in ihren Heimatort – Feuerbach bei Stuttgart. Hier behagte es dem jungen Eric gar nicht, unter anderem wegen der körperlichen Züchtigungen in der Schule.

Was Eric Carle bis heute im Gedächtnis geblieben ist, sind die Spaziergänge mit dem Vater. Dieser öffnete ihm die Augen für die Welt der kleinen Tiere – der Mäuse, Würmer und Insekten. Viele dieser Tiere sind die Helden der Geschichten, die der Autor ersonnen hat.

Sobald der Krieg ausbrach, wurde der Vater eingezogen. Als er nach langer Kriegsgefangenschaft zurückkehrte, war er nur mehr die Hülle eines Menschen. Das Band, das ihn und seinen Sohn verbunden hatte, war zerstört. Der junge Mann machte seinen Abschluss an der Akademie für Bildende Künste in Stuttgart, ehe er 1952 mit 40 Dollar und einer Zeichenmappe im Gepäck wieder nach Amerika ging.

Faszination für Collagentechnik

Ein deutscher Lehrer hatte Eric Carle Beispiele "entarteter Kunst" gezeigt, und die Faszination für die Collagentechnik Picassos blieb dem jungen Grafiker. In seiner neuen Heimat machte er die Bekanntschaft Leo Lionnis, der so unsterbliche Geschichten für Kinder wie "Frederick" oder "Swimmy" geschrieben und mit Collagentechnik illustriert hat. Das Interesse an dieser Grafikart wuchs bei ihm noch stärker.

Eric Carle heiratete und bekam zwei Kinder. Nach zehn Jahren der Agenturarbeit machte er sich als Grafiker selbstständig. Als er eines Tages den Auftrag erhielt, eine Geschichte für Kinder zu illustrieren, wurden für ihn die Weichen neu gestellt: Im Alter von 38 Jahren begann er selbst, Geschichten zu schreiben und Bilderbücher zu gestalten.

Die Welt begreifen – und das Buch

Die Kinderbücher des Autors und Illustrators sind alle mehr als nur eine Geschichte, mehr als nur Bilderbücher: Sie sprechen gleich mehrere Sinne an. Die kleine Raupe Nimmersatt etwa frisst sich durch das Buch und hinterlässt Löcher. Die kleine Spinne spinnt spürbare Netze, bei der kleinen Grille hört man das Zirpen und in "Die kleine Maus sucht einen Freund" können die Kinder immer schon raten, welches Tier auf der nächsten Seite zu sehen sein wird: Der Schwanz ist stets schon auf der Vorseite zu sehen.

Eric Carle nennt sich selbst einen Bilder-Dichter und bezeichnet seine Werke als "halb Spielzeug, halb Buch". Die Bilder erstellt der Illustrator immer aus bunt bemaltem, ausgeschnittenem und kunstvoll zusammengesetztem Seidenpapier. Diese Collagentechnik benutzen auch andere Künstler, aber die bunten, leuchtenden Farben in Carles Bilderbüchern sind unverwechselbar.

Von den insgesamt rund 70 Kinderbüchern Eric Carles, der verschiedentlich für seine Arbeit ausgezeichnet worden ist, sind nicht mehr alle erhältlich. Hier findest du eine Übersicht seiner erfolgreichsten Bilderbücher, die teilweise immer neu aufgelegt werden und in zahllosen Variationen erscheinen:

Die Kinderbücher Eric Carles

  • 1, 2, 3 ein Zug zum Zoo (1968)
  • Die kleine Raupe Nimmersatt (1969)
  • Das Pfannkuchenbuch (1970)
  • Nur ein kleines Samenkorn (1970)
  • Die kleine Maus sucht einen Freund (1971)
  • Das Geheimnis der acht Zeichen (1972)
  • Theobald der Brezelbäcker (1972)
  • Abends aß Arthur Ananas (1974)
  • Der kleine Käfer Immerfrech (1977)
  • Tschip hat viele Brüder (1983)
  • Chamäleon Kunterbunt (1984)
  • Die kleine Spinne spinnt und schweigt (1984)
  • Gute Reise, bunter Hahn (1984)
  • Papa, bitte hol für mich den Mond vom Himmel (1986)
  • Wo mag nur meine Katze sein (1989)
  • Mal mir einen Stern (1993)
  • Kleine Wolke (1996)
  • Von Kopf bis Fuß (1997)
  • Das kleine Glühwürmchen (1997)
  • Hallo roter Fuchs (1998)
  • Klick musst du machen, kleiner Käfer (2000)
  • Und heut ist Montag (2002)
  • Ganz, ganz langsam, sagte das Faultier (2002)
  • Herr Seepferdchen (2005)
  • 10 kleine Gummienten (2005)
  • Mein allererstes Buch der Farben (2007)
  • Mein allererstes Buch der Wörter (2008)

Fazit: Eric Carles für eine bunte Welt

Die Geschichten des amerikanischen Autors und Illustrators sind nicht umsonst überall auf der Welt beliebt: "Die kleine Raupe Nimmersatt" etwa wurde in 64 Sprachen übersetzt und mehr als 50 Millionen Mal verkauft. Die Geschichte verliert nicht an Aktualität: Die Raupe hat weder Geschlecht noch Religion oder Nationalität – jeder kann sich mit ihr identifizieren. Sie muss ein bisschen leiden (Bauchschmerzen wegen zu viel Durcheinanderfuttern), doch dann wird sie ein wunderschöner Schmetterling. Diese Moral gleicht der der anderen Geschichten Eric Carles: Sie sind allesamt hoffnungsvoll und so schön bunt, dass Kinder im Kindergarten- und frühen Grundschulalter sie lieben. Probiere es ruhig aus: Die reizenden Kinderbücher Eric Carles bieten für Kinder einen tollen Mehrwert!